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Rad & Schiff in Holland - ein Reisebericht

09.11.2018     Reiseberichte    Rad & Schiff, Radkreuzfahrten, Reiseberichte

Rad & Schiff in Holland - ein Reisebericht

 Die "Waterpolo Girls" aus Calgary/Kanada auf "Bike & Boat Tour" unterwegs in Holland an Bord der MS Serena

"All about friendship, fun and great experiences"!

Ich befinde mich bereits mitten in der pulsieren Stadt Amsterdam. Nur noch ein paar Minuten bis zum Wiedersehen mit meinen Wasserball-Freundinnen aus Calgary, wo ich dreizehn Jahre gelebt habe.

Amsterdam - genau der richtige Ort für unser Wiedersehen nach fast zwei Jahren und der Ausgangspunkt für unsere "Bike & Boat Tour" auf der MS Serena, die uns einmal rund um das Ijsselmeer und hinaus auf die Nordsee bis zur Insel Texel und zurück bringen wird. Die Mädels sind heute sehr früh aus weit entfernten Orten eingetroffen: Calgary, Toronto, Bermuda, Frankreich und ich selber aus Deutschland. Drei der Girls haben holländische Wurzeln, sind aber schon als Kinder mit ihren Eltern nach Kanada ausgewandert. Für diese Mädels ist es umso spannender, ihr Herkunftsland einmal auf diese besondere Art und Weise kennenzulernen und zu erkunden.

Herzliche Umarmungen, ein paar Freudentränen und zwölf unbeschwerte gemeinsame Tage erwarten uns.

The fun can begin!

Zwei Tage haben wir Zeit, Amsterdam ein wenig zu erkunden und den Jetlag, immerhin acht Stunden Zeitverschiebung für die Kanadierinnen, ein bisschen zu überwinden.

Dann geht es endlich für eine Woche an Bord der MS Serena. Dass "unser" Schiff von einer Kapitänin gesteuert wird, freut uns 10 Mädels ganz besonders:

Frauen-Power ahoi!!

Ich habe diese Tour schon zweimal gemacht und freue mich sehr auf ein drittes Mal, diesmal mit den "Super Girls" aus Kanada. Es ist der 19. Mai 2018. Die Begrüßung an Bord ist wie immer herzlich und wir fühlen uns sofort zuhause. Schnell haben wir uns in den kleinen, aber gemütlichen Kabinen jeweils zu zweit eingerichtet. Wir haben das obere Deck gebucht mit großen Fenstern, die uns tolle Aussichten unterwegs garantieren. Noch am Nachmittag legen wir ab. Die kleine historische Stadt Hoorn ist unser erstes Ziel und Übernachtungshafen.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück werden die Räder von Bord gehievt. Da muss nun wirklich jeder von der Crew, einschließlich Kapitänin Bianca, mit Hand anlegen. Echt harte Arbeit. Wir freuen uns auf unsere erste Tour und stehen mit unseren gepackten Fahrradtaschen, Helmen und guter Laune erwartungsvoll bereit.

Das gut ausgebaute und bestens gekennzeichnete Fahrradnetz lässt uns schnell und sicher unsere Route finden, meistens zumindest. Manchmal passen wir eben nicht auf, weil wir uns so viel zu erzählen haben oder uns von den vielen wunderbaren Eindrücken ablenken lassen. Dann stehen wir verwundert an der nächsten Abbiegung und suchen vergeblich nach der richtigen Zahl, dem notwendigen Hinweis, wohin wir uns weiter bewegen müssen. Doch freundliche Holländer scheinen überall auf uns zu warten und bieten uns sofort ihre Hilfe an, sobald sie auch nur ein ratloses Gesicht erblicken.

Unbeschwert erkunden wir also in den nächsten Tagen auf unseren brandneuen Leihfahrrädern die Gegend rund ums Ijsselmeer. Wir radeln auf Deichen entlang, durch endlose Dünen, durchqueren weite Marschlandschaften, passieren zahlreichen Kanäle, überqueren Hebe- und Drehbrücken oder warten an Schranken und schauen, wie große und kleine Schiffe passieren. Es geht durch Naturschutzgebiete, an Windmühlen, Seen, blühenden Wiesen, blökenden Schafen, stolzen Schwänen und rot bestrumpften Störchen vorbei. Leider ist die Tulpenblüte bereits vorüber, dafür säumen endlos duftende rosa-weiße Buschwindrosenbüsche unseren Wegesrand und leuchtend roter Klatschmohn setzt überall in der Landschaft farbenfrohe Akzente. Schattenspendende Alleen erwarten uns mit ihren großen Baumkronen im frischesten Frühjahrsgrün ebenso wie kleine Wälder, in denen schon die ersten angriffs-lustigen Mückenschwärme auf uns warten. Wir treten kräftig in unsere Pedalen um den gierigen Blutsaugern zu entkommen, hinaus aus dem windstillen Wald ins freie Feld, wo immer eine leichte angenehme Brise weht.

Die schönen Städte Hoorn, Enkhuisen, Lemmer, Stavoren und Alkmaar liegen auf unserer Route und viele weitere kleine einladende Orte erwarten uns mit ihrem Charme. Die zahlreichen urigen Lokale am Wegesrand verführen uns immer wieder zu ungeplanten Unterbrechungen. Denn holländische Spezialitäten kosten und genießen steht ganz oben auf unserer Liste: Apfeltorte und Pfannkuchen, Frikandel, Bitterballen, Fritten mit Majo, Kibbeling, überhaupt Fischgerichte und Meeresfrüchte jeder Art und für meine kanadischen Freundinnen Käse in allen Variationen und Geschmacksrichtungen, passend dazu stark gebannter Kaffee oder ein kühles Bier vom Fass. Oder wir packen mittags unsere Lunchpakete aus, die wir am Frühstückbuffet zusammengestellt haben und suchen uns urige Plätze zum Picknicken. Wir sitzen auf der Kaimauer eines Kanals und lassen die Füße im Wasser baumeln oder im Gras auf dem Deich und blicken übers Meer in die Ferne, träumen vor uns hin und schmieden Pläne für unsere nächste gemeinsame Reise …

Life is good!!

Später in der Woche passieren wir die Seeschleusen und es geht hinaus auf die Nordsee zur Insel Texel. Wir sitzen auf dem Sonnendeck, relaxen und genießen die Szenerie. Noch mehr Schafe, das Wattenmeer sehr präsent, Dünen, Deiche und auf der Nordseite das offenen Meer mit seinem kilometerlangen weißen Sandstrand und der schäumenden Brandung. Da fliegen die Schuhe und Socken in den Sand und zumindest unsere Füße genießen eine erfrischende Abkühlung. Zum Baden ist das Wasser leider noch zu kalt.

Unsere Stimmung könnte nicht besser sein! Unternehmungslustig, ausgelassen und gut gelaunt radeln wir sorglos durch Hollands schöne Landschaft und stoppen immer wieder für ein witziges Foto am Wegesrand. Dazu strahlt die Sonne vom blauen Firmament mit jedem Tag mehr und verwöhnt uns mit wunderbaren Temperaturen bis zu 30 Grad. Jede kühle Brise wird mit Freude begrüßt. Nur an einem Tag bläst der Wind kräftig und lehrt uns, warum Holland das Land der Windmühlen ist und wie es sich anfühlt, gegen ihn anzustrampeln. Dann kann man das köstliche Essen an Bord ohne schlechtes Gewissen genießen.

Jeden Abend liegt die MS Serena bereits zuverlässig im nächsten Hafen und die hilfsbereite Crew empfängt uns mit einem Lächeln und freundlichen Worten. Auch Bernd, unser Reiseleiter und "Fahrraddoktor", ist unermüdlich bei der Arbeit und versucht uns die Reise so schön wie möglich zu gestalten mit vielen Infos und guten Ratschlägen. Kleinere Defekte an den Rädern sind wie von Zauberhand am nächsten Morgen verschwunden. Diesmal ist er besonders gefordert, da er für die Gäste aus Kanada alles noch einmal in Englisch wieder-holen muss.

Viel zu schnell ist die Woche vorbei und schon befinden wir uns wieder in Amsterdam. Am letzten Abend gibt es noch eine Grachtenrundfahrt und anschließend wird zum Kapitänsdinner geladen. Die ganze Crew hat sich her-ausgeputzt. Einige letzte Erinnerungsfotos an Board werden noch geschossen und Kapitänin Bianca erzählt uns von ihrer Arbeit und dem Leben an Bord.

Am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen. Mit tollen Eindrücken und Erlebnissen an eine wunderbare gemeinsame Zeit gehen wir von Bord...

Drei weitere Tage bleiben uns noch, um Amsterdam ausgiebig zu erkunden und natürlich auch zu shoppen. Mädels eben! Wenn man schon mal eine pulsierende europäische Stadt besucht, dann gehört das selbstverständlich auch dazu.

Irmgard Kulsch

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